Bevor es SEO gab – Das verlorene Internet (Teil 1)

Eine Zeit, in der niemand gefunden wurde

Heute geben wir ein Wort bei Google ein – und erwarten sofort eine Antwort.
Eine Lösung.
Ein Ergebnis.

Doch das war nicht immer so.

Es gab eine Zeit, da existierte das Internet bereits – aber niemand wusste, wo etwas war. Webseiten waren da, Informationen waren da, Ideen waren da. Aber sie lagen verstreut wie Bücher ohne Bibliothek.

Man musste URLs kennen.
Oder jemanden fragen.
Oder zufällig darüber stolpern.

Das Internet war keine Suchmaschine.
Es war ein Labyrinth.

Die ersten Webseiten: Sichtbar für niemanden

In den frühen 1990er-Jahren war eine Webseite etwas Besonderes.
Wer eine hatte, war stolz.
Aber Stolz brachte keine Besucher.

Unternehmen, Universitäten und Technikbegeisterte stellten Inhalte online – und warteten. Doch nichts passierte.

Keine Klicks.
Keine Besucher.
Keine Reaktion.

Und langsam entstand eine Frage, die alles verändern sollte:

„Was bringt eine Webseite, wenn sie niemand findet?“

Diese Frage war kein Marketinggedanke.
Sie war existenziell.

Die ersten Versuche, gefunden zu werden

Menschen begannen kreativ zu werden.

Sie schrieben ihre Webseiten in Listen.
Sie tauschten Links per E-Mail.
Sie bauten kleine Verzeichnisse.

Und irgendwann kam jemand auf eine einfache Idee:

👉 „Was, wenn wir einfach nach Wörtern suchen?“

Damit begann die erste primitive Suche.

Nicht intelligent.
Nicht fair.
Aber ein Anfang.

Wörter wurden zu Waffen

Frühe Suchsysteme funktionierten simpel:

  • Suchwort kommt oft vor → Seite ist relevant

Also machten Menschen das, was Menschen immer tun:
Sie nutzten es aus.

Ein Wort wurde nicht einmal geschrieben.
Nicht zehnmal.
Sondern hundertmal.

Teilweise unsichtbar.
Teilweise versteckt.
Teilweise absurd.

Es war egal, ob der Text Sinn machte.
Wichtig war nur eins: gezählt zu werden.

Niemand sprach von SEO – aber alle machten es

Der Begriff „SEO“ existierte noch nicht.
Aber das Verhalten schon.

Menschen optimierten ihre Seiten für Maschinen – nicht für Menschen.
Nicht aus Bosheit.
Sondern aus Notwendigkeit.

Denn wer nicht sichtbar war, existierte nicht.

Und genau hier liegt eine wichtige Wahrheit:

SEO entstand nicht aus Marketing –
SEO entstand aus dem Wunsch, gesehen zu werden.

Das Internet wächst – und das Chaos wächst mit

Mit jeder neuen Webseite wurde das Problem größer.
Mehr Inhalte.
Mehr Seiten.
Mehr Unordnung.

Die Suche wurde schlechter.
Ergebnisse wurden unbrauchbar.
Vertrauen ging verloren.

Und während das Internet explodierte, versuchten Suchmaschinen verzweifelt hinterherzukommen.

Doch sie zählten noch immer nur Wörter.
Sie verstanden nichts.

Bis zwei Menschen beschlossen, nicht mehr zu zählen – sondern zu denken.

Der Moment vor der Revolution

Niemand wusste es damals.
Aber das Internet stand kurz vor seiner größten Veränderung.

Nicht durch eine neue Webseite.
Nicht durch ein neues Design.
Sondern durch eine neue Idee:

Relevanz ist mehr als Häufigkeit.

Diese Idee sollte das Internet ordnen.
Märkte verändern.
Und eine Firma entstehen lassen, die heute unser digitales Leben bestimmt.

👉 Im nächsten Artikel:

Die ersten Suchmaschinen – Warum Zählen nicht gereicht hat und fast alle scheiterten